Update 02.05.2022

 

Rezept eingefügt, Funde, Termine geändert


 

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Verein der Pilzfreunde Heilbronn e.V.

 
 


 

DGfM Pilz des Jahres 2022:

Fliegenpilz

 

Dieses Jahr kürte die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) den Fliegenpilz (Amanita muscaria) zum Pilz des Jahres 2022.

 

Ob aus dem Kinderbuch, als Glückssymbol oder als Rauschmittel der Schamanen, fast jeder kennt diesen Pilz mit dem leuchtend roten Hut und den weißen Flocken.

 

Und trotzdem wissen die meisten nur wenig über ihn.

 

Der Fliegenpilz gehört wie auch der Grüne Knollenblätterpilz zur Gattung der Wulstlinge (Amanita). Weitere Merkmale des Fliegenpilzes sind die weißen dichtstehenden Lamellen, die am Stiel (fast) frei angewachsen sind. Der 7 – 16cm lange Stiel ist weiß bis hellgelb und mit einem herabhängend,  am Rand gelblich gezackten Ring versehen. An der Stielbasis befindet sich eine kräftige mit Warzengürteln gespickte Knolle. Der Pilz lebt in Symbiose mit unterschiedlichen Laub- und Nadelbäumen (Birke, Buche, Fichte, Tanne) gerne auf sauren Böden und trägt wesentlich zur Wasser- und Nährstoffversorgung dieser Bäume bei.  Er stellt also einen wichtigen Teil des „Wood Wide Web“ dar.

 

Der Fliegenpilz ist ein Giftpilz und somit nicht zum Verzehr geeignet. Die vorhandenen Giftstoffe Ibotensäure, Muscimol und Muscarin können nach kurzer Latenzzeit von maximal vier Stunden zunächst zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfällen führen, in weiterer Folge können Halluzinationen, psychotische Zustände und Benommenheit eintreten.

 

Was die Namensgebung angeht, gehen die  Deutungen auseinander. Zum einen hat man damals Stücke des Pilzes in gezuckerte Milch gelegt, um damit die Fliegen zu fangen. Aber es gibt noch weitere Theorien, die mit der halluzinogenen Wirkung des Pilzes zu tun haben. Denn „Fliegen“ galten früher das Symbol für „Wahnsinn“, welcher durch die enthaltenen Giftstoffe hervorgerufen wurde. Deshalb raten Mykologen von Selbstversuchen mit dem Pilz als Rauschmittel ab.

 

Die Kür des Fliegenpilzes zum Pilz des Jahres 2022 erfolgte während der Jubiläumstagung zum 100-jährigen Bestehen der DGfM in Blaubeuren.

 

Text und Foto: Thomas Zupan