Vortrag beim Pilzverein Öhringen

 

Am 09.Juni 2019 lud Stephan Weißer, Vorsitzender des Öhringer Pilzvereins, zu einem Vortrag von Dr. Lothar Krieglsteiner,

Leiter der Pilzschule Schwäbischer Wald, in Öhringen-Verrenberg ein.

Der Öhringer Pilzverein feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen und aus diesem Grund waren auch unter anderem die Mitglieder des Heilbronner Pilzvereins recht herzlich eingeladen.

Auch wenn es der Pfingstsonntag war, folgten viele Mitglieder der Einladung.

Mit dem Thema „Neues von der Giftpilzfront“ sorgte Lothar Krieglsteiner immer wieder für Erstaunen und Aha-Effekte.

Manch erfahrener Pilz-Kenner nickte wissentlich.

So erfuhren wir, dass der Goldschimmel, welcher sehr häufig Rotfußröhrlinge parasitiert, nur Röhrlinge und seine nahen Verwandten befällt und keine anderen Pilze.

Lothar Krieglsteiner referierte ebenso über verschiedenen Pilzgifte, wie etwa Amanitin, Phalloidin, Orellanin, Coprin und erklärte, dass durch bestimme Gifte Rhabdomyolyse, also die Auflösung von quergestreiften Muskelfasern, hervorgerufen werden kann.

Aber auch andere Dinge, wie zum Beispiel, dass der Fichtensteinpilz vom Sommersteinpilz gut durch den weißen Hutrand unterschieden werden kann, beschrieb Lothar Krieglsteiner mit seiner bekannten Hingabe für Pilze.

 

Der zweistündige Vortrag verging wie im Fluge und manch einer hätte gern noch mehr über das interessante Thema gehört.

 

Zum Schluss darf ich noch erwähnen, die Öhringer Pilzfreunde haben ihrer Gastfreundschaft aller Ehre gemacht.

Mit einem Angebot an warmen und kalten Getränken, sowie leckere Kekse für den kleinen Hunger, war der Öhringer Pilzverein der perfekte Gastgeber.

 

Ich bedanke mich im Namen der Mitglieder des Heilbronner Pilzvereins für die herzliche Einladung und für die schöne Zeit.

 

René Kriegelstein

 


 

Am Donnerstag 30.05.2019 war es endlich soweit. Nach anderthalb Jahren Abstinenz fand unsere erste Pilzexkursion statt.

Der Regen und die warmen Temperaturen ließen die Pilze in dieser Jahreszeit sprießen, wie wir es selten erlebt haben.

Der Totalausfall an Pilzen im vergangenen Jahr war somit nur noch einen verschwommene Erinnerung, die Hoffnung auf eine reiche Pilzernte in diesem Jahr wurde nicht enttäuscht und die Stimmung der Hobbymykologen war ungebrochen hoch.

 Alle 19 Teilnehmer, welche es sich auch an Christi Himmelfahrt nicht nehmen ließen, zur Pilzexkursion zu erscheinen, wurden durch die Vielfalt der Pilze überrascht. Es fanden sich sogar mehrere Exemplare, die normalerweise erst im Herbst erscheinen.

 

So fanden wir wenigstens 27 verschiedene Pilzarten.

 

Mairitterlinge   (Calocybe gambosa)

Rettichhelmlinge   (Mycena pura)

Stockschwämmchen  (Kuehneromyces)

Knopfstieliger Rübling  (Gymnopus confluens)

Faltentintlinge  (Coprinopsis atramentaria)

Stielporling  (Polyporus)

Täublinge  (Russula)

Riesenbecherling  (Peziza varia)

Violetter Rötelritterling  (Lepista nuda)

Wasserfleckiger Rötelritterling  (Lepista gilva)

Igelbovist  (Lycoperdon echinatum)

Flaschenstäubling  (Lycoperdon perlatum)

Perlpilze  (Amanita rubescens)

Flockenstielige Hexenröhrlinge   (Boletus erythropus)

Rettichfälblinge   (Hebeloma)

Rotrandiger Baumschwamm  (Fomitopsis pinicola)

Goldröhrling  (Suillus grevillei)

Rotfussröhrlinge   (Xerocomellus)

kahler Krempling  (Paxillus involutus)

narzissengelber Wulstling  (Amanita gemmata)

geflecktblättriger Flämmling  (Gymnopilus penetrans)

Waldfreundrübling   (Gymnopus dryophilus)

Gelber Knollenblätterpilz  (Amanita citrina)

Breitblättriger Holzrübling   (Megacollybia platyphylla)

Wabenporling   (Neofavolus alveolaris)

Hochgerippte Becher-Lorchel   (Helvella acetabulum)

Fischeierschleimpilz   (Tubifera ferruginosa)

 

PSV und Naturparkführerin Ilse Schopper versuchte auch noch uns Wissen über die Bäume, wie Weißdorn und Espe zu vermitteln, unser Interesse galt aber ganz klar den Pilzen.

Auch die beiden  Pilzsachverständigen Hartwig Walz und Klaus Kern nahmen uns unter ihre Fittiche und frischten unser Wissen über Pilze, ihre Symbiosen und sonstigen Wachstumseigenschaften auf.

 

Es war ganz sicher eine gelungene Exkursion und wir hoffen, dass noch viele solcher stattfinden werden.

 

R.Kriegelstein

 

Fotos:Thomas Zupan, Kirsten Römmich, Joachim Hoedt, René Kriegelstein

 

 


 

Kräuterwanderung mit „Kräuterhexe“ Ilse

 


Ort: Waldbereich alter Sportplatz in Pfaffenhoffen

 

Datum/Uhrzeit: Freitag, den 26.April 2019;  14 – 18 Uhr

 

Teilnehmer-Anzahl:   16 Personen, davon 7 vom Pilzverein-HN sowie

 

                                    9 von den Wanderfreunden Zabergäu.
 
Unter Ilses fachkundiger Leitung wurden viele Kräuter im Wald gesammelt. Zu allem hatte Ilse ausführliche Erläuterungen und zu vielem auch passende Anekdoten auf Lager.

 

                            Bärlauch und wie man ihn unterscheidet von giftigen Mai-   
        glöckchen, Aronstab und den noch giftigeren Herbstzeitlosen

 

  • Brennnesseln, nur die 2 obersten Blätter mit Blüte nehmen, Gundermann (ein Lippenblütler, mit 4-kantigen Stiel, welcher Gift aus dem Körper treibt), „Zipperleinkraut“ Giersch (wirkt entwässernd)– nur die zarten jungen Austriebe nehmen!
  • Den Kreuzblütler Knoblauchrauke
  • Zarte, frische Blätter von Rotbuchen, und wie man diese von Weißbuchen unterscheidet
  • Weißbuchen gehören zu den Birkengewächsen während Rotbuchen zu den Buchengewächsen zählen, Weißbuchen haben mit das härteste Holz und werden zur Werkzeugherstellung benutzt. Das Holz der Rotbuchen hingegen wird zur Möbelherstellung verwendet.
  • Nicht zuletzt fanden wir auch Waldmeister und Ilse zeigte und erklärte uns noch viele andere Pflanzen, die wir jedoch nicht gesammelt haben, z.B. die Kuckucksblume (auch Haferwurz genannt), die zwar ganz lecker sei aber so selten, dass man sie nicht pflücken sollte.
  • Sauerklee, der sehr sauer schmeckt
  • Gefunden wurde auch blühender Ackersalat und Sauerampfer
  • Wir lernten, dass Wolfsmilch gegen Warzen hilft
  • Gefunden: Einbeere und Schafgarbe
  • Gesehen: Wie ein Rotbuchenkeimling aussieht. (Der ganze Waldrand war übersät von kleinen Rotbuchen)

 

Für den Kräuterquark, die Kräuterbutter und die Frankfurter grüne Soße wurden weitere frische Kräuter genommen, wie zum Beispiel:

 

 

 

- Schnittlauch

 

- Walnussblätter

 

- Blattpetersilie

 

- Liebstöckl

 

- Brennnessel feinst geschnitten

 

- Zitronenmelisse

 

- Pfefferminze

 

- Dill

 

- Kresse

 

 

 

Während der ganzen Wanderung hat es erfreulicherweise nicht geregnet. Nach ca. 2 h kamen wir zurück zum Ausgangspunkt. Ein Naturpark-Festzelt mit Tischen und Bänken war aufgebaut, Robert hatte bereits die Tische mit Porzellantellern und Weingläsern gedeckt und große Schüsseln mit buntem Salat und eine reichliche Auswahl an leckeren Weinen bereitgestellt (danke Robert!).
Ein Tisch war für das Sortieren der gesammelten Kräuter reserviert, darauf standen auch schon Schneidebretter mit großen Profi-Messern für die Verarbeitung bereit. Und dann wurde fleißig  gearbeitet; ergänzt mit Dill und ein paar weiteren Kräutern aus Schoppers Garten. Zick-zack, hack hack, bald war alles klein gehäckselt.  Robert hatte schon alles Weitere für zwei Arten von Frankfurter Grüne Soße und eine Schüssel mit Butter für die Kräuterbutter vorbereitet.  Während einige der Teilnehmer schon mit Weinprobieren begonnen hatte, reichte Robert, der perfekte Gastgeber, dazu zuerst eine selbst gebackene Kräuterquiche und dann die frisch zubereiteten Soßen, Kräuterbutter, heiße Kartoffeln, hartgekochte Hühner- und Wachteleier (!) sowie verschiedene Sorten Bauernbrot. Es war ein Genuss, im Festzelt bei gutem Essen und Trinken gesellig zu sitzen, während es draußen wieder regnete; wir blieben aber warm und trocken.  Kräuterwanderung und Festschmaus waren hervorragend gelungen. Für diesen ganz besonderen Nachmittag ein ganz großes DANKESCHÖN  an Ilse und Robert!

 


 

Baumwanderung im Stromberg am 12.Januar 2019

 

 

Am Sonntag, den 12.Januar trafen sich eine stattliche Anzahl von Pilz-und Naturfreunde am Parkplatz zwischen Zaberfeld und Häfnerhaslach.

 

Ilse und Robert Schopper stellten gleich zu Beginn unser Wissen über die verschiedenen Baumarten auf die Probe.

 

Sie zeigten uns mehrere verschiedene Zweige und wir sollten anhand dieser Zweige, für diese Jahreszeit üblicherweise ohne Blätter, den passenden Baum bestimmen. 

 

Na ja, wir sind alle noch lernfähig.

 

Der Unterschied zwischen Rot-und Weißbuche wurde uns erklärt, auch eine einzeln stehende Linde konnte anhand eines Blattes erkannt werden.

 

Angebrachte Farbmarkierungen an Bäumen für die Waldarbeiter lernten wir ebenso kennen,

wie den Begriff Habitatsbaum.

Selbst die Pilze kamen für diese Jahreszeit nicht zu kurz. Jede Menge hübscher Schmetterlingstrameten erfreuten unser Auge, ein Feuerschwamm und Judasohren wurden gesichtet. Trotz der kühlen und feuchten Witterung war es wieder eine sehr interessante und lehrreiche Wanderung im Stromberg.

Vielen Dank an Ilse und Robert.

 

 

 

Text: Elvira Widmayr

  


Baumwanderung ins Köpfertal am 04.08.2018

Zur Baumwanderung ins Köpfertal fanden sich am 04.08.2018 trotz
hochsommerlicher Temperaturen 11 Unentwegte ein und Ilse und Roland
ließen uns wie immer an ihrem Wissen teilhaben. Entlang des kleinen
Baches ließ es sich gut spazieren und bald weckte hier ein Kraut und
dort ein Baum unser Interesse. So verglichen wir die Blätter des
Haselstrauches mit denen der Erle und freuten uns über eine junge Ulme
(wegen des Ulmensterbens nur selten zu finden), deren Blätter ähnlich
waren, und wir mussten feststellten, dass man gut gucken und auch fühlen
muss, um die drei Arten zu unterscheiden. Die Blätter des Haselstrauches
haben kurze, weiche Härchen und fühlen sich zart an, die der Erle sind weich und
vorn stumpf, vielleicht auch etwas heller in der Farbe, während das
Ulmenblatt (Bergulme) unsymmetrisch oval und zugespitzt ist. Seine Härchen 
sind hart und das Blatt fühlt sich rauh an. Auch ist sein Rand grob gesägt. 
Wir werden noch Erfahrung sammeln müssen, um anhand von den Blättern die Bäume 
einwandfrei identifizieren zu können.
Für Abwechslung  sorgte ein kleiner Junge, der unter der Aufsicht seiner
Großeltern einen Staudamm im Bach errichtete und uns eifrig von seinem
Vorhaben berichtete. Weiter oben baute sein größerer Bruder bereits
selbständig an seinem Stausee.
Wir erwarteten nicht wirklich, Pilze zu finden, und doch zeigten sich
einige. Besonders beeindruckte der Lackporling, ein Baumpilz, auf dessen 
Unterseite man wie auf einem Blatt schreiben oder Zeichen einritzen kann.
Allmählich spürten wir die Hitze und beneideten wohl insgeheim den
Labrador, der sich ins Bachbett gelegt hatte und das kühle
Nass genoss.
Wir entdeckten einen Bergahorn und verglichen das Blatt mit dem des 
Spitz- und des Feldahorns. Für Verwirrung sorgte ein Weißdornstrauch 
bei einigen, weil dessen Blatt ein wenig dem des Feldahorns ähnelt. Die Experten 
brachten aber gleich Ordnung ins Durcheinander, und da beim Feldahorn die 
Dornen fehlten, war alles klar. 
Am Wegesrand identifizierten wir einige Kräuter. Das interessanteste war
das Hexenkraut, das manche aus ihrem Garten kannten. Es bildet Ausläufer
und verbreitet sich daher sehr leicht, was den Gärtnern zusätzliches
Jäten beschert.
Zurück beim Ausgangspunkt befanden einige, man solle statt zur
Besenwirtschaft Zaiß lieber zum Biergarten am Jägerhaus gehen, wohl,
weil er einfacher zu erreichen war. Dort endete der Ausflug in
angenehmer Runde.




Jahresausflug nach Kulmbach, 2018

Am Sonntag, den 8.Juli 2018, fand der diesjährige Jahresausflug der Heilbronner Pilzfreunde statt.
Morgens um sieben ging es los und der Reisebus der Firma Hofmann war voll besetzt mit 49 Personen,
davon 36 Vereins-Mitglieder, 7 Familienangehörige und 6 Gäste.
Roland Köhler und Manfred Schweiher erledigten für uns sämtliche organisatorischen Anforderungen und
wir konnten uns zurücklehnen und den Tag genießen. Das erste Ziel der Fahrt war die heimliche Bierhauptstadt Kulmbach am Main.
Das Wetter war sonnig und die fränkische Landschaft zeigte sich von der schönsten Seite.
Im Städtchen angekommen erwartete uns bereits der Stadtführer, der in der zünftigen Henkerskluft
des Mittelalters erschienen war, um uns durch den Ort zu führen und uns mit seiner Geschichte vertraut zu machen.
Wir schlenderten durch die längste Gasse und erfuhren, dass sie früher zum Galgen führte.
Am Marktplatz stießen wir auf Kulmbach in Miniatur, dem 'Relief zum Begreifen' für blinde Touristen.
Überall gab es schöne Fachwerkhäuser und in allen Fenstern blühten Petunien in den Farben Weiß und Blau. Oben am Berg thronte die Plassenburg, die lange Jahre als Gefängnis diente und heute vier Museen beherbergt,
darunter eines für Zinnfiguren. Wir sahen das Rathaus, in dem im Mittelalter sieben Tage im Jahr Recht gesprochen wurde,
und wir erfuhren von Pranger, Folter und Hinrichtungen. Wir empfanden Mitgefühl mit dem Los der Hexen,
die gandenlos verfolgt und verbrannt wurden, und mit den Henkern, die als gesellschaftliche Randfiguren ein tristes Dasein fristeten. Wir besichtigten die Obere Badstube, eine fünfhundert Jahre alte historische öffentliche Badeanstalt. Den Namen des berühmtesten Sohns der Stadt erfuhren wir ebenfalls: Hans Willsdorf, der Gründer der Firma Rolex. Besondere Aufmerksamkeit widmeten wir den Brauereien Kulmbachs, deren Entstehung und Entwicklung,
und freuten uns auf die noch ausstehende Bierprobe und Brauereibesichtigung. Wieder beim Reisebus angelangt, entließ der Stadtführer ein dankbares Publikum und wir fuhren zum Mittagessen
in die Kulmbacher Kommunbräu, wo wir die Hausbrauerei kennenlernten und die vielen Biersorten mit zum Teil
recht abenteuerlichen Namen. Sie schmeckten uns sehr gut und wir überlegten,
ob man die auch außerhalb Kulmbachs trinken könnte, doch leider lassen sich diese Biere nur 6-8 Wochen lagern.
Ein Grund mehr, Kulmbach noch einen Besuch abzustatten. Die Fahrt nach Hause unterbrachen wir bei Pottenstein und besichtigten die Teufelshöhle mit ihren
bizarren Tropfsteinen und 400 Stufen, die glücklicherweise nicht alle bergauf führten.
Danach gönnten sich manche eine Erfrischung bis zur Abfahrt und wir waren dann froh, uns im Reisebus ausruhen zu können. Es war ein schöner und ereignisreicher Tag und dankbar verabschiedeten wir uns von den Organisatoren.
Schriftführerin: Margot Streitfeld


 

 

Wanderung des Pilzvereins am 14.02.2018 im Kaywald bei Lauffen

Am 10. Februar 2018 startete um 14 Uhr eine Gruppe von 27 Teilnehmern (25 Vereinsmitglieder
und zwei Gäste) am Fischerheim bei Lauffen zu einer von Ilse und Robert Schopper geführten
abwechslungsreichen und interessanten Wanderung im Kaywald.
Wir kamen sehr bald zum Seeloch und erfuhren die Geschichte der Dämme, die Mitte des 15.
Jahrhunderts zu Fischzuchtzwecken errichtet worden waren. Darauf erklommen wir den Damm und
befanden uns damit im Kaywald (Wald auf der Mauer, ein sogenannter Klebwald). Es ist ein
Naturschutzgebiet und wir verhielten uns entsprechend. Die Pilze wurden nur begutachtet und nicht
gesammelt.
Die ersten Pilze, die Ilse uns zeigte, waren Judasohren (Auricularia auricula-judea). Sie wachsen
bevorzugt auf Holunderholz und wir entdeckten sie an mehreren Stellen in großer Anzahl. Er ist mit
dem chinesischen Pilz Mu-Err verwandt, den man aus chinesischen Gerichten kennt. Das Judasohr
hat, weil es auf altem Holunderholz gedeiht, eine Besonderheit, es kann bei schlechten
Bedingungen völlig austrocknen und dann wieder aufquellen. Es gab auch den Gemeinen
Samtfußrübling (Flammulina velutipes). Die kleinen Pilze sahen besonders hübsch aus. Richtige
Begeisterung lösten allerdings die Scharlachroten Prachtbecherlinge {Sarcoscypha coccinea)
aus, die auf dem dunklen Waldboden zwischen dem spärlichen Grün richtig leuchteten. Immer
wieder wurde einer entdeckt, von winzig klein bis zu einer Größe von fünf Zentimetern. Es war wie
beim Ostereiersuchen.
Wir sahen auch Zunderschwämme (Fomes fomentarius) und durften einen riechen und befühlen. Ilse berichtete, dass früher Feuerschwämme durch Klopfen und einem Bad in Salpeter zu Zunder verarbeitet wurden und reichte uns ein Stück Zunder. Es war wunderbar weich und fühlte sich ganz angenehm an.
Es gab auch weitere Überraschungen. Trotz der frühen Jahreszeit zeigten sich schon die ersten
Blausterne {Szilla) und wir erfuhren, dass der Kaywad in wenigen Wochen von diesen Blümchen
blau übersät sein wird. Eine Buntnessel blühte auch schon.
Am Wegrand fanden wir hin und wieder den  Aronstab, der zu den Einkeimblattgewächsen gehört und
sich von Insekten bestäuben lässt, die es mit seinem Aasgeruch anlockt und in seiner
Fliegenkesselfalle fängt.
Des Weiteren wuchsen überall die zarten Blätter des Scharbockskrautes, dessen Wurzelknollen
früher in Essig eingelegt zur Vorbeugung gegen Skorbut gegessen wurden. Daher auch der Name
der Pflanze, Scharbock ist der alte Name für Skorbut. Die grünen Blättchen der Pflanze sind.
ebenfalls Vitamin-C-reich und können vor der Blüte der Pflanze als Salat gegessen werden.
Schließlich sahen wir noch einige Hirschzungenfarne, die im feuchten Boden gut gedeihen.
Links und rechts des Weges waren die Bäume behangen mit den Ranken der Waldrebe und des
Efeus. Dieser hat in jungen Jahren gelappte Blätter mit drei bis fünf Ecken; bei älteren Pflanzen,
erläuterte Ilse, sind die Blätter ganzrandig, vor allem wenn die Pflanze die Möglichkeit hat mit den
Haftwurzeln an einem Baum oder einer Mauer enrporzuklettern. Der Efeu, den wir untersuchten,
trug zur gleichen Zeit Blüten und Früchte. Letztere mögen Vögel gern. Manchmal überwuchert das
Efeu seinen Baum gänzlich, sodass dieser abstirbt, doch danach ist er irnmer noch ein gutes Versteck
für Waldvögei.
Die männlichen Würstchen der Haselsträucher (Corylus) verbreiteten bereits ihre Pollen und
Roland Köhler klärte uns darüber auf, dass Haselgewächse einhäusig und getrenntgeschlechtlich sind.
In dem immer wieder überfluteten Bereich am Fuße des Dammes wachsen Eschen (Fraxinus
excelsior) und Erlen (Alnus) und Ilse zeigte uns eine einsame Ulme (Ulmus), die offensichtlich
nicht vom Ulmensplintkäfer entdeckt worden war, denn man sah noch keine Anzeichen der Krankheit, die zum Ulmensterben führt. Der Ulmensplintkäfer überträgt einen Pilz, der das Ulmensterben verursacht.
Die gefällten Stämme einiger Erlen lagen am Waldrand. Sie hatten orangefarbene Schnittflächen,
eine Besonderheit des Erlenholzes, das, wie Ilse sagte, im Wasser besonders hart wird. Daher sei
Venedig zur Hälfte auf Eichen und zur anderen Hälfte auf Erlen gebaut.
Zum Abschluss dieser Wanderung hatte Robert noch eine Überraschung vorbereitet. Beim
Fischerheim loderte ein Feuer am Grillplatz und darauf dampfte ein  Kessel mit Glühwein. Dazu gab es
einen goldgelben Hefezopf und die Autofahrer durften heiße Apfelsaftschorle mit Zimt trinken. Um
16 Uhr 30 fuhren wir zufrieden und glücklich nach Hause.

 

Text Margot Streitfeld

Fotos : Joachim und Armin

 

 

 


 

 

 

Pilzexkursion 17.08.2017

 

Die Pilzexkursion am 17. August d.J. im Heilbronner Stadtwald war ein toller Erfolg, wie die nachstehenden Bilder zeigen. Etwa 30 Pilzfreunde  hatten etwa 90 Minuten ca. 40 verschiedene Arten gesammelt, welche zum Abschluß von der Pilzsachverständigen Ilse Schopper bestimmt wurden.